iRacing Test - Titelbild

Update: 07.08.2022

Das Wichtigste in Kürze: iRacing ist im Vergleich zu anderen Rennsimulationen teuer aber die mit über 200.000 Sim-Racern weltweit größte Motorsport-Simulation. Für Sim-Racer mit einem schmalen Budget ist iRacing nicht zu empfehlen. Der Kauf virtueller Rennwagen und Strecken wird schnell kostspielig. Denn möchte man an offiziellen Rennserien und Meisterschaften teilnehmen, ist der Erwerb festgelegter Cars und Tracks erforderlich. Vor allem, wenn man sich ernsthaft mit eSports-Motorsport beschäftigt.

Möchte man eine Online-Karriere in einer der zahlreichen Renndisziplinen (Nascar, Road Racing, Open Wheel, Dirt Racing, Rallycross, Off-Road, Hillclimb) beginnen und neue Lizenzklassen freischalten, dann ist iRacing wahrscheinlich die beste Rennsimulation.

Was zeichnet iRacing besonders aus?

  1. Weltweit größte Motorsport-Community
  2. Bestes Rating- und Lizenzklassen-System
  3. Größtes Online-Rennsimulationsportal der Welt
  4. Sehr viele verschiedene Fahrzeug-Klassen
  5. Zahlreiche Renndisziplinen: Nascar, Road Racing, Rallycross, Off-Road, ...
  6. Viele US-amerikanische Rennstrecken
Zugegeben, lange Zeit habe ich iRacing aus Prinzip ignoriert, weil ich das Preismodell überteuert finde. Denn um iRacing nutzen zu können, ist ein aktives Abonnement erforderlich. Hinzu kommt der Kauf von virtuellen Rennwagen und Rennstrecken, was die größten Kosten erzeugt. Jetzt kommt das Aber: Ich habe alle bekannten Rennsimulationen getestet und finde, iRacing kann man nicht ignorieren. Zumindest sollte man es ausprobieren. Trotz seiner altbackenen Benutzeroberfläche und einer super umständlichen Bedienoberfläche ist iRacing eine geniale Rennsimulation, weil sie sich fahrtechnisch toll anfühlt. Der Online-Karrieremodus macht süchtig. Jede Saison werden neue Inhalte veröffentlicht, ebenso Updates und Bugfixes. Das sind Argumente, warum ich iRacing nicht länger ignorieren konnte – trotz das es die mit Abstand teuerste Motorsport-Simulation ist.

Was kostet iRacing?

Für neue iRacing-Mitglieder kostet das Abonnement zwischen 7.80 USD (ein Monat) und 119.40 USD (24 Monate).

iRacing: Abonnement-Preise für Neukunden (Stand: 09.2021)

iRacing: Abonnement-Preise für Neukunden (Stand: 09.2021)

Die Verlängerung eines bestehenden iRacing-Abonnements kostet für drei Monate: 33 USD, für ein Jahr: 110 USD und für zwei Jahre: 199 USD.
Der Kauf von virtuellen Rennwagen und Strecken ist einmalig. Ein Fahrzeug kostet zwischen 3 USD und 12 USD, eine Strecke zwischen 5 USD und 15 USD. Erwirbt man entsprechend viele Cars/Tracks gleichzeitig, gewährt iRacing einen Mengenrabatt.

Man kann sich nun vorstellen, dass eine Investition von 200 USD und mehr schnell gemacht ist. Tückisch wird es, wenn man sich immer mal eine neue Strecke oder ein neues Fahrzeug gönnt. So verliert man schnell den Überblick über die Ausgaben. Setzt man das iRacing-Abonnement aus und irgendwann mit dem selben Konto fort, sind erworbene Fahrzeuge und Strecken weiterhin verfügbar.

iRacing: Beispiel für Fahrzeuge und Strecken zum kaufen

iRacing: Beispiel für Fahrzeuge und Strecken zum kaufen

Wie ist die Grafik von iRacing?

Bei der Entscheidung für ein PC-Spiel war für mich lange die Grafik immer eines der entscheidenden Kaufkriterien. Auch bei Rennsimulationen. Deshalb war Assetto Corsa Competizione die Simulation, mit der ich mich zuerst tiefgründig beschäftigt habe. Um es kurz zu machen: Die Grafik von iRacing finde ich mal durchschnittlich, mal ansprechender als bei ACC. Das Fahrzeugmodell sieht m. E. optisch besser aus, als Streckenelemente, wie Häuser und Menschen neben der Strecke. Ein Schadensmodell ist auch verfügbar, bei dem die unterschiedlichen Fahrzeug-Materialien beachtet werden sollen.

Impressionen (Screenshots)

iRacing: Porsche 911 GT3 R von außen

iRacing: Porsche 911 GT3 R von außen

iRacing: BMW M4 GT3 von außen

iRacing: BMW M4 GT3 von aussen

iRacing: BMW M4 GT3 Cockpit View

iRacing: BMW M4 GT3 Cockpit View

iRacing: Circuit de Spa-Francorchamps (Replay)

iRacing: Circuit de Spa-Francorchamps (Replay)

iRacing: Porsche 911 GT3 Cup (992) Cockpit View

iRacing: Porsche 911 GT3 Cup (992) Cockpit View

iRacing: Mazda MX-5 (Replay)

iRacing: Mazda MX-5 (Replay)

Grafikvergleich: iRacing versus ACC

ACC versus iRacing: Porsche 911 GT3 R auf dem Nürburgring

ACC versus iRacing: Porsche 911 GT3 R auf dem Nürburgring

ACC versus iRacing: Porsche 911 GT3 R auf dem Nürburgring (vs. 2)

ACC versus iRacing: Porsche 911 GT3 R auf dem Nürburgring

ACC versus iRacing: Ferrari 488 GT3 EVO/2020 auf dem Circuit de Spa-Francorchamps

ACC versus iRacing: Ferrari 488 GT3 EVO/2020 auf dem Circuit de Spa-Francorchamps

Wie realitätsnah ist iRacing: Fahrphysik & Force Feedback

iRacing bietet eine realitätsnahe Fahrphysik, die sich über diverse Fahrzeug-Anpassungen und dem Setup-Bau individualisieren lässt. Das Force Feedback finde ich gut, besser als von Assetto Corsa Competizione aber etwas schlechter als von rFactor 2. Vor allem in Kurven liefert iRacing m. E. mehr live-Daten an das Lenkrad, als ACC. Das ist wichtig, damit man Traktion und Grip bestmöglich einschätzen kann. Wie realistisch das FFB von iRacing ist, kann ich jedoch nicht sagen, weil ich noch keinen GT3-Wagen gefahren bin. Doch verglichen mit allen anderen bekannten Simulationen ist das Force Feedback wirklich gut.

Wie gut ist das Online-Racing?

Kurz gesagt: iRacing hat das beste Fahrer-Rating-System und die weltweit größte Online-Community. Bisher konnte keine Rennsimulation eine vergleichbare Online-Community aufbauen, auch nicht Assetto Corsa Competizione. Allerdings hat sich die ACC-Community LFM (Low Fuel Motorsport) ab 2022 enorm entwickelt und ist zu einer ernstzunehmenden Alternative für GT3 und GT4 Rennen geworden.

Der iRacing Week Planer ist eine kostenfreie Option, um den aktuellen Rennkalender für favorisierte Fahrzeuge und Rennserien einzusehen und Rennen zu planen.

Tipp: Online-Rennen schnell und effektiv finden mit dem iRacing Week Planner

Wie funktioniert iRacing?

iRacing ist mit über 200.000 Sim-Racern weltweit die wohl größte Online-Motorsport-Simulationen. Sie ist verfügbar für Windows-PC. Um iRacing nutzen zu können, muss man ein aktives Abonnement haben. Jeder Fahrer fährt für sich selbst. Man kann Hotlaps (Test Drive) fahren, sich in AI-Rennen messen und eben Teil der riesigen iRacing-Community sein und durch die erfolgreiche Teilnahme an offiziellen Rennserien neue Lizenzklassen erreichen und sich mit stärkeren Fahrern weltweit messen.

Wie funktioniert das Safety Rating von iRacing?

Das Safety Rating, kurz: SR, ist ein Wert jedes iRacing-Fahrers, das seine Gesamt-Sicherheitsbilanz misst. Die Berechnung erfolgt auf Basis der absolvierten Kurven, der Anzahl gesammelter Unfallpunkte, der Fahrer-Startlizenzklasse, des Safety Ratings, sowie der bisherigen Leistung. Die Faktoren werde über eine festgelegte Anzahl von Runden ermittelt und nach Abschluss jeder neuen offiziellen Ranglistensitzung aktualisiert. Kurz: Das Safety Rating ist ein persönlicher Wert und jedes abgeschlossene Ereignis wird zum persönlichen SR-Verlauf hinzugefügt.
Mit eigenen Worten: Damit man eine Lizenzklasse aufsteigt, ist mindestens ein Safety Rating von 3.00 zum Ende einer Saison (12 Wochen) oder 4.0 innerhalb einer Saison für einen Sofortaufstieg erforderlich. Zusätzlich muss das MPR erfüllt werden. Das Safety Rating verbessert man, indem man Rennen ohne Verwarnung (Incident) beendet. Man also nicht von der Strecke abkommt und in keine Kollision verwickelt ist. Dabei ist es egal, ob man eine Kollision verursacht hat oder unverschuldet verwickelt wurde. Theoretisch kann man das Qualifying für ein offizielles Rennen übergehen, indem man nicht teilnimmt, und somit beim Rennen weit hinten starten. Beendet man das Rennen ohne Incidents – auch auf einem hinteren Platz – dann levelt man das Safety Rating.

Wie funktioniert das iRating von iRacing?

Das iRating, kurz iR, ist ein Maß für die Rennfähigkeiten eines Fahrers. iR wird verwendet, um Rennen mit ähnlich erfahrenen Fahrern zu ermöglichen. Ebenso dient das iRating dazu, um den Schwerigkeitsgrad eines bestimmten Rennens zu messen. Je höher der Schwierigkeitsgrad, desto mehr Punkte stehen jedem Fahrer im Rennen zur Verfügung.

Fahrer mit einem vergleichsweise hohen iRating in einem Split haben es schwerer, zusätzliche iR aus dem Event zu verdienen, da sie stark zur Gesamtstärke des Feldes beitragen. In ähnlicher Weise können Fahrer mit einem vergleichsweise niedrigen iRating in einem Split leichter zusätzliche iR aus dem Ereignis verdienen, da sie nicht spürbar zur Feldstärke beitragen.

Mit eigenen Worten: Je besser die Platzierung bei einem offiziellen Rennen, desto mehr iRating-Punkte erhält man. Schneidet man vergleichsweise schlecht bei einem Rennen ab, kann man iRating-Punkte verlieren.

Was sind die iRacing-Lizenzklassen?

iRacing bietet vier Kategorien: Road + Oval + Dirt Road + Dirt-Oval. Aus Kosten-Gründen ist es ratsam, eine Kategorie zu wählen und in dieser eine Fahrer-Karriere zu beginnen. Für jede Kategorie sind sechs Lizenzklassen verfügbar: (1) Rookie, (2) D-Klasse, (3) C-Klasse, (4) B-Klasse, (5) A-Klasse, (6) W (Pro-Lizenz).

Als iRacing-Anfänger startet man in der Rookie-Klasse mit einem Safety Rating (SR) von 2.50. Durch erfolgreiche Rennen verbessert man sein SR und steigt so in die nächsthöhere Lizenzklasse auf – vorausgesetzt man erfüllt das MPR. Erreicht man zum Abschluss einer Saison (12 Wochen) ein Safety Rating zwischen 3.00 und 3.99, steigt man automatisch in die nächsthöhere Lizenzklasse auf. Schafft man innerhalb einer Saison ein SR > 4.00, steigt man sofort um eine Lizenzklasse auf. Bei einem SR unter 1.0 steigt man sofort ab und zwischen 1.00 und 1.99 steigt man Ende der Saison ab.

Was bedeutet MPR in iRacing?

Das MPR (Minimum Participation Requirement = Mindestteilnahmeanforderung) besagt, dass man mindestens vier Rennen oder vier Time Trials in der aktuellen Lizenzklasse fahren muss, um in die höhere Lizenzklasse aufsteigen zu können. Vorausgesetzt, die Safety Rating-Anforderungen werden erfüllt.

Persönliche Bewertung

Positiv
Ausgereiftes Rating-System Größte SimRacing-Community
Lasergescannte Rennstrecken Teils lasergescannte Fahrzeuge
Enorme Streckenauswahl Fahrzeugauswahl (Anzahl Klassen)
Sehr gute Fahrphysik Force Feedback (FFB)
Dynamische Wetterbedingungen Tag-/Nachtrennen
Fortführend neue Inhalte Stete Verbesserung der Simulation
Negativ
Veraltete Grafik-Engine Umständliche Benutzeroberfläche
Laufende Kosten für Mitgliedschaft Teure Fahrzeuge und Strecken
Verhältnismäßig lange Ladezeiten

Empfehlenswerte Software für iRacing

Autor: Jens

Hi, ich bin Jens, der Autor dieses Beitrags. Ich interessiere mich für SimRacing. Meine bevorzugten Rennsimulationen sind ACC, iRacing, rFactor 2. Den Fokus lege ich auf Fahrzeuge der GT-Klasse. Ich nutze das GT1 EVO Sim Racing Cockpit, Fanatec DD-1 Wheel Base und Heusinkveld Sprint Pedale.

Das wird Dich interessieren

Assetto Corsa Competizione Test

ACC ist DIE Simulation für GT3-/GT4-Fahrzeuge und liefert eine ultra-realistische Grafik. Doch reicht das?

Automobilista 2 Test

Von allen Rennsimulationen bietet Automobilista 2 derzeit die beste VR-Unterstützung. Doch wie gut sind Force Feedback und Fahrphysik?

iRacing Test

iRacing ist teuer aber die mit über 200.000 Sim-Racern weltweit größte Motorsport-Simulation. Lese jetzt den großen iRacing-Test.

rFactor 2 Test

Mit keiner Rennsimulation verbinden Simracer eine solche Hass-Liebe: rF2 bietet die beste Fahrphysik, hat aber auch einige Schwächen.

Field Of View (FOV)

Warum der richtige FOV-Winkel im Simracing wichtig ist und wie Du den richtigen FOV-Wert für Dein Rennsetup ermittelst, erfährst Du hier.

Wieviel FPS im Simracing?

Im Simracing sollte Deine Hardware mindestens 60 FPS liefern, besser über 100 FPS. Jetzt informieren.

WerbungSimRaceShop.de
YouTube-TippsMannii Online Racing auf YouTube

Dan Suzuki Racing auf YouTube

Mabix Sim Racing auf YouTube

Jardier Sim Racing auf YouTube

Ist der Beitrag hilfreich?